20.Kapitel: Neue Freunde, neue Gefahren

Unter Rebellen

Melissa stieg hinter Hans aus dem Airhopper, sie standen mitten im Dschungel, es war nicht so wie auf Situkubwa, hier gab es wenigstens nichts, was ihnen gefährlich werden konnte. Es gab auf Santiago de la Estrella kein einheimisches tierisches Leben, das man so hätte nennen können.

"Wir sind doch noch nicht da, oder?" erkundigte Hans sich, weit und breit war keine Ansiedlung zu erkennen.

"Nein", kam die schnarrende Antwort. "Den Pfad können wir nur bis hierhin benutzen, der Rest gehört den Rebellen. Die schießen jeden ab." Er wandte sich zu Hans um. "Sind da nicht pingelig. Wir gehen zu Fuß weiter."

Das gefiel Melissa gar nicht und auch, Hans schien nicht begeistert zu sein. Aber eine Wahl hatten sie nicht, Juan war ihr Führer immerhin bekam er sein Geld nur, wenn er sie sicher in das Territorium der Rebellen brachte.

"Sind nur ein paar Stunden Fußmarsch", erwähnte Juan nebenbei, dann zog er ein Tarnnetz über den Hopper, das würde verhindern, dass die Überwachungssatelliten das Gefährt beim nächsten Überflug entdeckten.

"In 45 Minuten kommt der nächste Satellit, bis dahin will ich schon ein paar Kilometer geschafft haben."

Die blaugrünen Pflanzen wuchsen nicht besonders hoch, höchsten drei Meter, das war etwas ganz anderes, als die Baumreisen die Melissa kannte. Das gedrungene Wachstum hatte aber seine Ursachen, mit derselben Gewalt, mit der die Pflanzen den Beton um das Flughafengelände zu durchbrechen versuchten, mit derselben Vehemenz kämpften sie auch, um einen Platz an der Sonne. Sie umschlungen einander und bohrten ihre Wurzeln in die Nachbarpflanzen. Es herrschte ein schier undurchdringliches Durcheinander.

Mit einer großen Machete ausgestattet schlug sich Juan voran durch den dichten Dschungel. Sie kamen nur langsam voran und von Zeit zu Zeit holte Juan seinen Kompass heraus, um sich zu vergewissern, dass sie noch auf Kurs waren, wenn sie wieder einen Umweg um eine besonders unpassierbare Stelle gehen mussten.

Melissa war froh, dass sie festes Schuhwerk trug, als sie sich durch die Schlingpflanzen kämpfte. Sie blieb immer dicht an Hans Seite, wann immer das möglich war. Auf keinen Fall wollte sie plötzlich allein mit diesem Juan dastehen, er war ihr unheimlich. Hans hatte sie gewarnt, dass sie immer wachsam sein sollte, aber das war ihr schon nach der Episode in der Bar klar gewesen.

Nach einiger Zeit blieb Juan plötzlich stehen, er warf einen Blick auf seine Uhr. "Ruhig stehen bleiben." Warnte er mit seiner rauen Stimme. "Der Satellit." Gab er kurz als Erklärung an.

Melissa erstarrte förmlich, Hans blieb gleich hinter ihr stehen. "Worauf reagiert der?" wollte er wissen.

"Bewegungen."

"Aber keine Körperwärme?"

"Nein, dafür ist es zu warm."

Fünf Minuten standen sie reglos, Melissa bekam fast einen Krampf in der Wade, weil sie ungünstig auf einer Wurzel stand, aber sie wagte nicht auch, nur eine kleine Bewegung zu machen. Es wurde fast unerträglich, aber Melissa biss die Zähne zusammen, solange konnte das doch nicht dauern, bis dieser verdammte Satellit vorbei war.

"Das war's", sagte Juan schließlich und begann sich weiter durch die Ranken zu schlagen.

Dankbar streckte Melissa das schmerzende Bein aus, das war auch, höchste Zeit, sie tastete die Wade entlang und spürte den festen Knoten, wo die Muskeln sich verkrampft hatten. Sie humpelte vorsichtig zum nächsten Baum, um sich daran abzustützen während sie ihren Fuß zu sich heranzog, der Krampf löste sich, sie konnte weiter.

"Wann kommt der nächste?" wollte Hans wissen, er beobachtete Melissa genau, aber sie wusste schon was sie tat und winkte ab, als er seine Hilfe anbot.

"Alle 90 Minuten." Bekam Hans eine kurze Antwort.

"Und wie lange werden wir noch unterwegs sein?" Fragte Melissa vorsichtig, aber sie bekam keine Antwort. Die junge Frau warf Hans einen fragenden Blick zu, aber der zuckte nur die Achseln. Woher sollte er wissen, was in diesem Schieber vorging.

Dann war Juan plötzlich vor ihnen verschwunden, wie von Erdboden verschluckt. Melissa schreckte zurück, der Mann war doch nur hinter diesem Baum getreten, sie konnte ihn doch nicht so einfach au den Augen verlieren. Sie wandte sich zu Hans um, um ihn zu fragen, ob er was gesehen hätte, aber Hans legte schnell den Finger auf den Mund. Ruhig jetzt. Sie lauschte, aber außer dem Knacken und Zerren der schnell wachsenden Pflanzen konnte sie kein Geräusch ausmachen.

Hans schaute vorsichtig in alle Richtungen, so was hatte er schon befürchtet. Seine Freundin war mehr Wert als die 2000 ICU, die er angeboten hatte, wahrscheinlich mehr als er überhaupt bieten konnte. Hans wünschte, sie hätten eine andere Wahl gehabt, aber es war jetzt zu spät darüber nachzugrübeln, es ging um sein Leben und um das Melissas.

Leise drückte Hans die junge Frau gegen einen nahen Baum, sie musste aus dem Weg, bevor Juan wieder auftauchte und das würde er wahrscheinlich früher als später. Hans zog das kurze Messer aus dem Stiefel und gewahrte Melissas überraschten Blick, sie war etwas naiv.

Hans horchte in den Wald hinein, seine Augen konnten ihm nicht helfen, der kleine Ausschnitt, den sie ihm zeigten, war nicht hilfreich. Die fremde Umgebung machte Hans zu schaffen, aber schließlich hörte er, wonach er so angestrengt lauschte, ein Knacken, das sich von den Anderen unterschied, es war kürzer, wie ein Schuh der auf einen Ast treten wollte, aber schnell wieder zurückgezogen wurde. Er drehte sich nicht um, das Geräusch war schon viel zu nah, rechts von ihm, aus dem Augenwinkel müsste er den Feind gleich sehen können. Wenn er sich jetzt umdrehte, würde er es nochmal versuchen, dann vielleicht ohne sich zu verraten. Hans gab vor, sich hilflos nach dem Führer umzuschauen, das Messer locker in der Hand, immer locker bleiben, den alten Reflexen ihren Freiraum geben, das Bewusstsein musst er ausschalten. Bloß nicht dran denken, was er machen würde, das würde ihn nur aufhalten.

Er begann zu schwitzen, die Konzentration kostete viel Kraft, es konnten nur noch wenige Sekunden sein, bis Juan sich angeschlichen hatte. Dann entdeckte Hans plötzlich eine Bewegung aus den Augenwinkeln. Er wusste nicht, was es war, er wirbelte einfach herum. Zu sagen, dass er zielte, wäre falsch gewesen, es zielte mit ihm. Er warf das Messer mit tödlicher Präzision, es blieb tief im Herzen Juans stecken. Ein Schuss löste sich aus seiner altmodischen Handfeuerwaffe und zerfetzte die Ranken über Hans linker Schulter, genau dort, wo vor einem Augenblick noch sein eigenes Herz gewesen sein musste. Juan war tot, noch bevor er den Boden berührte.

Auf allen Vieren hockte Hans am Boden, seine Arme zitterten vor Anstrengung. Das war alles viel zu viel, er war einfach nicht mehr im Training.

"Was ist passiert?" Melissa hockte neben ihm und versuchte Hans aufzuhelfen, alles war so schnell gegangen, dass sie noch  nicht begriffen hatte, was passiert war.

"Wollte dich verkaufen", brachte Hans gerade so hervor und versuchte tief Luft zu holen. Sein Herz raste, Adrenalin flutete durch seine Adern. Er versuchte langsam tief und gleichmäßig zu atmen, dann kam er wieder auf die Beine, das alles hatte nur Minuten gedauert, aber Hans war außer Atem, als wäre er kilometerweit gelaufen.

"Du hast ihn umgebracht!" rief Melissa außer sich. Jetzt wurden auch, ihr die Knie weich, dass sie sich erst mal setzen musste.

"Will's hoffen", grummelte Hans, langsam wieder Herr der Lage werdend, er kniete neben dem Toten nahm die Waffe und fühlte kurz nach einem Puls an der Halsschlagader, nichts, Juan war tot. Dann durchsuchte er die Taschen, der Kompass und eine Geldkarte, sonst hatte er nichts dabei gehabt. Hans schloss dem Toten die Augen.

"Du hast ihn umgebracht!" flüsterte Melissa und schüttelte den Kopf.

Hans betrachtete den Kompass, der Kurs war eingegeben und wie Hans schnell feststellte auch, bis nach Coruna, sie konnten das auch, allein schaffen. Dann steckte Hans die Geldkarte ein, ohne den lebendigen Fingerabdruck des Besitzers würde er zwar nicht an seine fünfhundert ICU rankommen, aber vielleicht interessierte sich die Polizei für die Geldbewegungen, falls es in diesem Sektor noch eine funktionierende Polizei gab. Dann nahm er die Machete und die Uhr, bis der nächste Satellit passierte, hatten sie noch knapp eine Stunde.

Hans nahm Melissa bei der Hand und half ihr auf die Füße. "Wir müssen weiter."

Melissa nickte nur und warf noch einen Blick auf Juans Leichnam, der Urwald würde den toten Körper überwuchern. Sie erschauerte kurz bei dem Gedanken, das hätte auch, Hans sein können. Und wo sie so dachte, wie hatte Hans das überhaupt schaffen können. Frachterpiloten erhielten normalerweise keine Einzelkämpferausbildung.

"Hans?" Sagte sie ein paar Meter weiter. "Ich glaube du schuldest mir eine Erklärung."

"Unser Führer wollte mich töten, um dich verkaufen zu können."

"Das meine ich nicht Hans. Ich will jetzt über dich Bescheid wissen."

Hans zuckte mit den Schultern, sowas hatte er sich schon gedacht, aber es war ein Versuch wert gewesen. Er seufzte und vergewisserte sich erneut mit dem Kompass, sie waren auf dem richtigen Weg.

"Ich war bei einer Spezialeinheit der Marine, das ist aber schon zwanzig Jahre her. Ich bin wegen Befehlsverweigerung unehrenhaft entlassen worden", erklärte er weiter. "Und dann erst richtig auf die schiefe Bahn geraten." Er sagte auch, nicht, dass er Verbindungen zum organisierten Verbrechen gehabt hatte, und dass Menschen durch seine Hand gestorben waren, er sagte auch, nicht, dass er in dieser Zeit mit dem Trinken angefangen hatte, um die Gewissensbisse zu ertränken. "Als Kronzeuge bin ich in ein Zeugenschutzprogramm aufgenommen worden. Auf Situkubwa konnte ich neu anfangen." Schloss er seine Geschichte.

Melissa spürte, dass er ihr nicht alles erzählt hatte, aber sie wusste, dass er das auch, nicht machen würde. Sie nickte, das Erklärte schon einiges, warum keine Tür vor ihm verschlossen war, warum er den Drogen Donavans hatte widerstehen können. Sie schüttelte den Kopf, sie kannte Hans schon so viele Jahre als Frachtpilot aber sie musste erkennen, sie hatte diesen Mann nie gekannt. Auf einmal war er ihr völlig fremd als hätte sie ihn vor Minuten erst kennen gelernt.

"Das ist lange her. Ich wollte nie, dass mich meine Vergangenheit wieder einholt."

Melissa hielt seine große Hand. "Das ist vorbei. Und hier geht dein Leben weiter." etwas befremdlich war das Ganze schon, aber das, was Hans ihr erzählt hatte, passte so ganz und gar nicht zu dem wortkargen Piloten, den sie kennen gelernt hatte. Sie würde versuchen das alte Bild von ihm zu behalten.

Hans lachte. "Ja, lassen wir die Vergangenheit hier ruhen. Wir müssen Donavan finden." Er hatte sich seit dieser Zeit verändert, das wusste er, und ihm war es lieber nicht davon reden zu müssen. Mel teilte jetzt genug Geheimnisse mit ihm, dabei sollte es auch, bleiben.

Melissa nickte irgendwie waren sie wortlos zu einer Übereinkunft gekommen, sie wollte gar nicht so genau Bescheid wissen, und er wollte nicht darüber sprechen. Sie schlugen sich gemeinsam tiefer in das Unterholz, ohne diesen Führer waren sie besser dran.

"Wow!" Flüsterte Michael nur, als Daphne ihm die ersten Ergebnisse zeigte. Es hatte eine ganze Weile gedauert, bis sie die selbst gemachten Karten ausgewertet und eingegeben hatten, fast ebenso lange hatte die Karte gebracht, um aus den mangelhaften Daten brauchbare Koordinaten hochzurechnen.

Zum Schluss waren in einem Raum, der nur noch vierhuntertsiebzig Lichtjahre umfasste, fünfzehn Sonnensysteme übrig geblieben, bei denen Planetensysteme bekannt waren, drei rote Riesen waren darunter.

"Nicht wahr? Das ist unglaublich", triumphierte das Mädchen und schaute hinüber zu Callista, die breit grinsend die Plastikfolien einrollte.

"Was ist hier los?" wollte Denzel wissen, er kam gerade wieder vom Abwurfplatz und verteilte schnell die Rationen, es lief schon etwas besser, seit sich herumgesprochen hatte, dass die beiden rivalisierenden Gruppen sich über ein friedliches Zusammenleben unterhalten wollten.

"Erinnerst du dich an die Lagrangestation, die wir gestern entdeckt haben?" Wollte Daphne wissen.

"Sicher, was hat das mit der Karte zu tun?"

Sie zeigte ihm die Karte. "Es gibt in diesem Gebiet drei rote Riesen mit Planetensystemen. Die verfügbaren Daten sind mangelhaft aber einer dieser Sterne ist genauer erforscht worden."

Denzel riss die Augen auf, als er den Text neben der schematischen Abbildung des Sonnensystems sah. "Die Lagrangestation gehört zu einer Forschungseinrichtung?" Fragte er ungläubig. "Und hier soll es eine Wasserstoffraffinerie geben?"

"Ja!" bestätigte Callista leise, mit Ehrfurcht in der Stimme. "Aber die Station ist seit über 75 Jahren aufgegeben."

"Es gibt also eine Fluchtmöglichkeit!"

"Nein, das nicht, aber vielleicht eine Verbindung von der Raffinerie zur Lagrangestation. Und wenn, dann hat die, mit etwas Glück, noch eine Kommunikationssonde", grinste Daphne. Kommunikationssonden waren seit vielen Jahren nicht mehr in Gebrauch, ein Anachronismus für Sonnensysteme, die keine Kommunikationssatelliten in den planetenfernen Bereichen positionierten. Die Satelliten konnten Nachrichten von ankommenden Raumschiffen empfangen und ebenso Nachrichten weitergeben. Es war nicht mehr nötig eine Sonde in das Zielsystem zu schicken, die dort erst mit der Funkübertragung anfangen würde. Für eine Forschungsstation hingegen war das keine schlechte Lösung, gerade zu ideal, wenn man Hilfe von den Vereinten Planeten erhalten wollte und es keinen Kom-Satelliten unter eigener Kontrolle gab. Geschweige denn Schiffe, die die Nachricht transportieren würden.

"Vielleicht können wir eine der Sonden von der Raffinerie aus starten", ergänzte Daphne.

Denzel nickte. "Und wo ist die Raffinerie? Wie kommen wir dahin?"

Das dämpfte die Stimmung ein wenig, sie hatten nur daran gedacht, wie leicht es wäre eine Nachricht aus dem System zu bringen, den Weg dahin hatten sie noch gar nicht bedacht.

"Ja, das hatte ich schon befürchtet." Denzel studierte den Text auf der Karte ein zweites mal. "Ich sehe hier leider keinen Hinweis auf die Position, noch den Ort, an dem wir uns hier befinden."

Daphne nahm die Sternkarte zurück und tippte kurz auf den zweiten der drei Planeten, das war ihrer. Es erschien eine Vergrößerung, sogar die Lagrangestation war eingezeichnet. "Die haben wir doch gesehen und hier ist die Raffinerie." Sie hatte die Karte ein wenig rotieren lassen, bis die Markierung auftauchte. Die Bodenstation lag etwas südlich des Äquators am Rand eines gefrorenen Ozeans, eine gute Position, dort gab es genug Wasser und die Lagrangestation stand hoch über diesem Punkt. Der Planet, auf dem sie festsaßen, war nicht sehr groß, aber bereits bei einem Umfang von 12.000 Kilometern schrumpften die Chancen, dass die Station innerhalb von wenigen Tagesmärschen zu erreichen wäre, extrem zusammen.

"Unsere eigene Position müssten wir an Landmarken bestimmen, oder an den Sternen, wir kennen ja jetzt den Himmel." Daphne schaute Denzel lächelnd in die braunen Augen. Probleme mussten gelöst werden, so einfach war das.

"Ich bin beeindruckt", musste Denzel zugeben. "Aber es wird nicht leicht werden, wenn wir zu weit entfernt sind. Aber das überlegen wir später. Ihr habt wirklich gute Arbeit geleistet.

Am späten Nachmittag trafen dann auch, wieder die Vertreter der beiden rivalisierenden Parteien ein. Gudrun hatte ihre Mannschaft der Stärke Hagens angepasst, bloß keine Unterlegenheit zulassen.

"Ich freue mich, dass ihr wieder alle gekommen seid", begrüßte Denzel die beiden Kontrahenten, er hatte als Moderator keine leichte Stellung, aber die Neuigkeiten, die er heute zu bieten hatte, sollten sich eigentlich als ein Trumpf erweisen, der den entscheidenden Ausschlag geben konnte.

"Ich hab' eine gute Nachricht, die es uns leichter machen, sollte zu einer friedlichen Einigung zu kommen."

Michael schaute gespannt von Hagen zu Gudrun und zurück, es würde interessant werden ihre Reaktionen auf diese Nachricht zu sehen. Er war nicht so naiv zu glauben, dass mit der Aussicht auf Rettung gleich Friede, Freude usw. herrschen würden. Aber eigentlich sollten doch beide Erkennen, welche Chance sich ihnen hier bot.

"Und die wäre?" Gudrun schien es nicht besonders zu lieben, dass man sie über Gebühr lange hinhielt.

"Wir wissen, auf welchem Planeten wir uns hier befinden." Denzel zog die Sternkarte unter seinem Pullover hervor und erklärte kurz: "Meine Navigatorin konnte die Karte hierher schmuggeln und so haben wir unsere Position im Sektor bestimmen können."

"Wundervoll und was soll uns das helfen? Wissen wir jetzt, auf welchem Planeten wir verrecken werden?"

Denzel schüttelte den Kopf. "Nein. Dieses Sonnensystem ist RRS-12-2243-F. Das F steht für die Forschungsstation, die hier 2243 errichtet wurde. Diese Station wurde von diesem Planeten aus mit Wasserstoff versorgt."

Denzel musste einen Augenblick warten, bis sich das Geraune gelegt hatte, aber das war ja selbstverständlich, einige waren schon viele Wochen hier, und er hatte das mit seiner Mannschaft in nur einem Tag herausgefunden.

"Red' weiter!" forderte Hagen Denzel schließlich auf, als sich die Stimmen wieder gelegt hatten.

"Die Station könnte noch Kommunikationssonden besitzen, mit der wir eine Nachricht aus dem System bekommen könnten."

Jetzt brach es wirklich aus den Menschen heraus, nach der langen Zeit des Eingesperrtseins schien es jetzt wieder eine Hoffnung zu geben. Aber in den Gesichtern von Gudrun und Hagen erkannte Michael keine Freude über diese Nachricht,  sie schienen eher angestrengt nachzudenken, was sie davon halten sollten.

"Leider wissen wir noch nicht, wie wir die Bodenstation finden. Wir werden aber heute Nacht unsere Position bestimmen und müssten dann mehr wissen." Er machte eine Pause, bevor er weitersprach. "Eines aber sollte euch klar sein. Das hier können wir nicht gegeneinander schaffen, sondern nur zusammen. Ich hoffe ihr seht das auch, so."

"Wie denn? Wir wissen doch noch gar nichts", wandte Gudrun ein.

"Es könnte sein, dass wir einen weiten Weg zurücklegen müssen, es wäre nicht von Nutzen, wenn wir uns dabei auseinander nehmen."

"Er hat Recht damit, Gudrun!" Wandte Hagen beschwichtigend ein. Er hatte offensichtlich erkannt, was hier auf dem Spiel stand, wenn sie jetzt nicht zusammenhielten, dann vergaben sie diese Chance, vielleicht die einzige, die sich ihnen bot.

"Sieht so aus was?" Man sah Gudrun an, dass es ihr widerstrebte, ihrem Gegner zustimmen zu müssen, aber so wie Michael die Frau einschätzte, wäre sie nicht in diese Position gekommen, wenn sie den Nutzen dieser Zusammenarbeit nicht einsehen würde.

"Eine Sache noch," schränkte sie dann aber doch noch ihre Zustimmung ein, so leicht war sie dann doch nicht zu gewinnen. "An wen soll den diese Nachricht gehen?"

"An die Vereinten Planeten!"

"Nein, das sehe ich nicht! Die Sonde muss an die Guerilla geschickt werden. Meine Leute können dann ein Überfallkommando zusammenstellen."

"Das hättest du wohl gern," wies Hagen die Frau zurecht. "Die Befreiungsarmee ist viel eher in der Lage, die Mittel für eine militärische Befreiungsaktion aufzubringen."

"Einen Augenblick," rief Denzel laut dazwischen. "Jetzt wo ihr euch schon einig wart, wollt ihr euch jetzt über die nächsten Details in die Haare kriegen. Die Vereinten Planeten sind die beste Wahl, zum einen, weil sie die Mittel haben, diesem Krieg überhaupt ein Ende zu bereiten und auf der anderen Seite, weil unter uns auch, die Tochter eines ihrer Angestellten ist. Ganz zu schweigen davon, dass wir uns so wie's aussieht nicht auf ein anderes Ziel einigen werden." Er musste Lachen. "Ist das nicht lächerlich. Wir wissen noch nichtmal, wo die Raffinerie überhaupt ist und streiten uns schon darüber, wohin eine Nachricht gehen soll."

Das Lächerliche ging auch, den Umstehenden auf, sodass einige von ihnen sich ein Grinsen nicht verkneifen konnten, aber sie wurden schnell von ihren Anführen zurechtgewiesen.

"Ich würde vorschlagen, dass wir die Konferenz auf morgen vertagen. Dann wissen wir mehr und können die weiteren Schritte planen. Euch beiden rate ich, eure Differenzen zu begraben, denn so kann das nicht weitergehen."

Es war sehr gewagt von Denzel den beiden Anführern vor ihren Leuten derartige Vorhaltungen zu machen, aber Gudrun und Hagen zogen ohne ein weiteres Wort ab. Was immer sie von Denzel denken mochten, er hatte Recht und selbst am ersten Tag der Unterhaltungen spürte man schon, dass sich die Atmosphäre im Lager entspannt hatte. Das war schon viel wert.

Aber ihre Zukunft war trotzdem noch sehr ungewiss, überlegte Michael, als er den Anderen half, die Betten zu ordnen. Selbst wenn sie es tatsächlich schaffen, sollten die Vereinten Planeten zu benachrichtigen, wie lange würde es dann dauern, bis die hier sein konnten. Wie lange würden sie erst debattieren müssen, um sich zu einer Resolution durchzuringen. Und wie lange konnten Daphne und er das Leben im Lager überleben. Dies war kein Abenteuer, wie die die er schon mit Daphne erlebt hatte. Hier ging es wirklich um ihr Leben. Zum ersten mal hatte Michael wirklich Angst vor dem was die Zukunft ihm und seiner Freundin bringen würde.

Melissa war die Erste, die es sah. Die Sonne stand schon recht tief über dem Horizont und das Licht war bereits ziemlich schummrig im Dickicht des Dschungels. Sie hatte schon befürchtet, dass sie zwischen diesen unbekannten Pflanzen würden übernachten müssen. Eine Vorstellung, die ihr wirklich nicht gefallen hatte.

"Siehst du das?" fragte sie Hans. Sie hatten in den letzten Stunden wenig miteinander geredet, jeder hing den eigenen Gedanken nach. Die Ereignisse des Tages hatten einen tiefen Eindruck hinterlassen und Melissa war sich nicht sicher, ob sie das alles nicht lieber vergessen wollte.

"Ja, das muss Coruna sein," erwiderte Hans und blieb neben der jungen Frau stehen, die auf die Lichter zeigte, die vor ihnen zu sehen waren, es waren nur noch ein paar Meter. Der Vorfall hatte Hans sehr misstrauisch gemacht, wer wusste denn schon, was sie hier noch erwarten würde.

Die Stadt wurde von einem breiten Betonring vor der wütenden Vegetation geschützt, aber selbst dieser Stahlbeton würde in kurzer Zeit wieder erneuert werden müssen so zerfressen war er bereits. Dahinter duckten sich die Häuser in die hereinbrechende Dunkelheit, nur wenige Menschen waren zu dieser Zeit noch auf den Straßen zu sehen und viele Fenster waren abgedunkelt worden, als ob das bei wärmesuchenden Raketen irgendeinen Sinn gehabt hätte.

Eine Herberge schien es in dieser Stadt überhaupt nicht zu geben, jedenfalls konnte Hans und Melissa keine entdecken, als sie durch die Straßen schlenderten. Die wenigen Männer auf der Straße schauten den Fremden neugierig nach, aber sie hielten immer Abstand, als wären sie sich nicht sicher, was von diesen Neuankömmlingen zu halten sei. Aber schließlich gelang es Hans einen der Männer zu stellen, sodass er nicht mehr ausweichen konnte, es war ihm sichtlich unangenehm.

"Entschuldigen Sie, wir suchen ein Zimmer für die Nacht?" Fragte Hans so freundlich wie möglich, er wollte den Mann nicht noch mehr verstören.

"Kein Zimmer." Presste der Mann zwischen den Zähnen hervor, als ob die Fremden wieder verschwinden würden, wenn er nur möglichst wenig mit ihnen sprach.

"Bitte, wir haben einen langen Weg hinter uns." Fügte Melissa hinzu, an das Mittleid des Mannes appellierend. Aber der Mann schüttelte nur den Kopf und drehte sich weg von der jungen Frau.

Hans ließ den Mann widerwillig wieder laufen. "Was ist hier eigentlich los?"

"Das wüsst' ich auch, gern," ertönte da eine Stimme hinter den Beiden, die sich überrascht umdrehten, das grelle Licht der Taschenlampe blendete sie einen Augenblick, dann wurde sie gesenkt. "Wer sind Sie und was wollen Sie hier?"

"Ich bin Hans Christ und das ist Melissa Yukawa." Stelle Hans sich kurz vor, obwohl er genau wusste, dass der Mann von ihnen etwas mehr erwartete, als nur ein paar Namen. Aber Hans wusste nicht, wer das war und ob er ihm vertrauen konnte. "Und Sie?"

"Felix Weiß. Folgen Sie mir!"

"Warum?"

"Weil ich Sie hier nicht stehen lassen kann, Sie machen die Einwohner nervös. Die haben wenig gute Erfahrungen mit Fremden gemacht. Ganz zu schweigen davon, dass Sie ihre Frau präsentieren wie eine Hure."

Melissa war schockiert, aber Hans hielt sie am Arm zurück, als sie etwas sagen wollte, das war jetzt wirklich nicht der Zeitpunkt. Statt dessen erklärte er nur entschuldigend: "Wir kennen uns hier nicht aus."

"Schon Gut. Diese Nacht wird man ihnen verzeihen. Aber sagen Sie mir, warum Sie hier sind."

"Wir suchen jemanden." Sagte Melissa kurz, sie fand den Mann eigentlich ganz sympathisch, ein wenig seltsam möglicherweise.

"Würden Sie ihre Frau bitte sagen, dass es sich nicht ziemt einen Mann anzusprechen," wandte der Mann sich mit wütendem Unterton an Hans, ohne Melissa auch, nur eines Blickes zu würdigen. Es klang so, als wäre das eine schwere Beleidigung gewesen.

Melissa sah zu Hans rüber und zuckte die Achseln, Felix hatte ihnen bereits den Rücken zugekehrt und ging langsam die Straße hinunter, aus der sie gekommen waren. Sie folgten ihm ohne ein weiteres Wort, bis er schließlich in ein Haus eintrat, das in einer der schmalen Seitengassen eingeklemmt war.

"Sein Sie in meinem bescheidenen Haus willkommen." Sagte er kurz zu Hans, dann wandte er sich der schmalen Stiege zu, die in die zweite Etage führte: "Ellie, ich bin wieder da, würdest du so freundlich sein unsere Gäste zu begrüßen."

Ellie kam langsam die schmale Treppe hinunter sie war ein paar Jahre jünger als ihr Mann, etwas so alt wie Melissa selbst. Sie trug eine taillierte Bluse im Kolonialstil und Stehkragen, dazu einen langen Faltenrock in derselben hell beigen Farbe. Ihre dunkelblonden Haare waren zu einem Dutt zusammengebunden. Und ihre Augen musterten die Fremden lebhaft.

"Guten Abend." Begrüßte sie die Fremden. "Felix, hast du unseren Gästen schon etwas zu trinken angeboten?"

"Wir sind ja eben erst gekommen." Entschuldigte er sich kurz, dann führte er seine Gäste ins Wohnzimmer, wo sie sich auf den Kissen um den niedrigen Tisch niederließen, während Felix ein paar Gläser verteilte.

"Sie sind neu hier?" erkundigte sich Ellie, was wahrscheinlich eine Kurzform vom Elisabeth war.

"Kann man wohl sagen." Gab Melissa zu. "Wir sind vor weniger als einer Stunde angekommen."

"Ja, dann ist es ja kein Wunder, dass Sie sich nicht auskennen."

"Was möchten Sie trinken?" warf Felix dazwischen.

"Ein Wasser bitte," bat Hans.

"Für mich bitte auch," schloss sich Melissa an. In geschlossenen Räumen war es wohl nicht unziemlich für sie zu sprechen, jedenfalls antwortete Felix sofort. "Kommt sofort."

"Ihr müsst das verstehen. Bei uns gehen die Frauen nur verschleiert vor die Tür. Das ist ein Schutz, damit wir nicht von den Männern belästigt werden. Man könnte bloße Haut als Herausforderung auffassen, oder sich belästigt fühlen, das kommt ganz drauf an."

Felix setzte sich mit vier Gläsern zu ihnen an den Tisch. "Ich war wohl etwas rau da draußen, aber besser ich, als die Ordnungshüter. Die hätten euch erst mal wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses eingesperrt. Wenn nicht gar wegen Spionage, wir sind im Krieg müsst ihr wissen."

Das wussten die beiden eigentlich ganz gut, sonst wär' es ja nicht so schwierig gewesen überhaupt nach Coruna zu kommen. Aber was Melissa wirklich wissen wollte, war, auf welcher Seite ihre Gastgeber standen und ob sie ihnen helfen konnten, Donavan oder gar Herstead zu finden, damit sie ihm ihre Nachricht überbringen konnten. Aber sie mussten sich erst mal kennen lernen. Melissa schaute sich im Wohnzimmer um, es war spärlich möbliert. Die beiden Fenster waren mit dicken Teppichen abgehangen, man wollte hier wie es schien wirklich kein Risiko eingehen, obwohl die Nacht eigentlich einen ganz ruhigen Eindruck gemacht hatte. In einer Ecke entdeckte Melissa ein paar Spielsachen, ihr Magen krampfte sich zusammen, als sie daran dachte, dass Kinder in dieser Situation aufwachsen mussten.

"Gibt es häufiger Übergriffe in der Nacht?" Erkundigte sie sich ernsthaft besorgt.

"Von Zeit zu Zeit. Es war schon fast eine Woche ruhig, aber das ist immer nur die Ruhe vor dem Sturm." Erwiderte Ellie, Melissa konnte der Frau ansehen, dass auch, ihr dieses Leben zu schaffen machte. "Wir haben schon daran gedacht, auf die andere Seite zu gehen."

"Nicht!" Unterbrach Felix seine Frau, aus Angst sie könnte zu viel verraten.

"Ist schon in Ordnung, wir sind nicht der Feind!" versucht Hans den Mann zu beruhigen, sie waren da an ein heikles Thema gestoßen.

"Er hat immer Angst ich könnte uns irgendwann um Kopf und Kragen reden," lächelte Ellie entschuldigend. "Aber ich glaube meine Menschenkenntnis ist nicht so schlecht. Sie Arbeiten doch nicht für Roscher, oder?" Felix wurde immer kleiner, während seine Frau so redete, aber wenn er die Fremden wirklich für gefährlich gehalten hätte, dann hätte er sie nicht in sein Haus gebracht.

"Nein," sagte Hans kurz. "Tatsächlich suchen wir den Kontakt mit den Rebellen," fügte er dann nach einer Pause hinzu. Melissa war sich nicht sicher, warum er damit so schnell rausplatzte aber Hans hatte da seine ganz eigene Weise.

"Die Rebellen? Was wollt ihr von denen?" Wollte Felix wissen, es war echte Neugier, so wie Melissa ihn einschätzte, war er ein guter Familienvater und bestimmt las er abends Abenteuerromane, wenn nicht grade seine Welt um ihn herum zusammenbrach.

"Ich glaube, ich kann das sagen," fuhr Hans fort. "Wir haben schlechte Nachrichten für die Rebellen, es wär' ganz gut, wenn sie davon erfahren würden." Hans schaute den Mann fragend an.

"Ja das sollten Sie." Er schwieg einen Augenblick, dann sah er seine Frau an. "Ich glaube, ich sollte unsere Gäste zum Lager der Rebellen führen." Die Frau nickte zögernd. Ihr gefiel das nicht besonders, das war deutlich zu sehen, aber sie widersprach nicht.

"Tu, was du für richtig hältst. Aber nicht mehr heute, morgen Früh. Sie haben doch nichts dagegen, heute Nacht bei uns zu schlafen, das ist sicherer, als da draußen," bot sie ihnen an. Da konnten Melissa und Hans natürlich nicht ablehnen, viel Auswahl hatten sie schließlich nicht.

 "Das nehmen wir gerne an, wenn es Ihnen keine Umstände macht." Bedankte sich Melissa höflich.

"Nicht doch, es ist uns ein Vergnügen."

Das Ehepaar zeigten ihnen kurz das Haus, beziehungsweise das, was noch davon übrig war. In der Dunkelheit der hereinbrechenden Nacht hatte Melissa das nicht gesehen, aber es fehlte fast das ganze Dachgeschoss, ein paar Planen verdeckten die Trümmer hinter der Treppe, die aus der ersten Etage nach oben führte, und im Bad fehlten einige Fliesen in der Wand.

"Da bin ich aber froh, dass Ihnen nicht passiert ist." Beteuerte Melissa mitfühlend, als sie das sah, wie leicht hätte es das ganze Haus zerstören können.

"Unser Sohn ist bei diesem Angriff umgekommen," erwiderte Felix hart, und Ellies Augen füllten sich mit tränen. Wie hatte sie das nur sagen können, Melissa fühlte sich jetzt erst richtig schlecht.

"Oh, das tut mir so Leid," flehte sie. "Das wusste ich nicht."

Felix hielt seine schluchzende Frau in den Armen und schüttelte den Kopf. "Schon gut, schon gut", flüsterte er leise, sie sanft wiegend, dann ließ er die Gäste stehen und brachte seine Frau ins Schlafzimmer.

"Hans, das konnte ich doch nicht wissen!" Sie schaute sich hilfesuchend nach ihm um und war dankbar, als ihre Hand schließlich  seine fand. Sie zog sich zu ihm heran und lehnte sich an seine Schulter, das war nicht so leicht, wo er doch zwanzig Zentimeter kleiner war, aber wenigsten fühlte sie seine Nähe. "Das konnte ich doch nicht wissen!" Wiederholte die junge Frau leise, mit all ihrem ehrlichen Mitgefühl.

Nach einigen Minuten tauchte Felix wieder auf, auch, seine Augen waren ganz feucht. "Ellie wird sich wieder fangen. Kommen Sie, ich zeige Ihnen ihr Zimmer."

Mit keinem Wort erwähnte er seinen tragischen Verlust. Das war fast noch härter für Melissa, sie hatte das Bedürfnis ihm ihr Beileid auszudrücken, darüber zu reden. Aber es war nicht die Zeit. Sie fühlte, dass Felix das nicht wollte. Melissa hielt sich zurück und wischte sich die eigenen Tränen von den Wangen, es war nicht leicht.

"Hier könnt ihr schlafen." Felix führte die beiden in ein kleines Gästezimmer mit einem breiten Bett, das heißt,  für eine Person war es breit, für zwei war es ziemlich schmal. "Morgen bringe ich Sie dann zu den Freiheitskämpfern."

Er zog die Tür hinter sich ins Schloss und sie hörte seine Schritte, bis er auch, die Tür zu ihrem Schlafzimmer hinter sich schloss.

"Es tut mir so Leid!" Sie setzte sich auf das Bett und begrub das Gesicht in den Händen.

"Ja. Er weiß das," sagte Hans und setzte sich neben die weinende Frau, er war sich nicht ganz sicher, was er jetzt machen sollte, aber schließlich legte er seinen Arm um sie und wiederholte: "Er weiß das, Mel."

Hans drückte Mel dichter an sich. Er dachte an seine eigene Enkelin Ishtar-Maria so weit weg von hier, in Sicherheit bei ihren Eltern. Er beschloss sie mal wieder zu besuchen, wenn all dies durchgestanden war.

22. Kapitel: Im Krieg