2.Kapitel: Ein beunruhigender Fund

Spuren

Daphne saß vor ihrer Computerkonsole und wartete, dass die Verbindung aufgebaut wurde, es war doch nur ein einfaches Gespräch, von der Raumstation nach Malaikapia, das durfte doch nicht so lange dauern. Es sei denn, schoß es ihr durch den Kopf, man zog da unten erst mal Erkundigungen über sie ein.

"Hallo, Situkubwa Police Departement", meldete sich eine weibliche Stimme, mit einem an einen Frosch erinnernden Kopf. "Wie kann ich Ihnen weiterhelfen?"

"Ich bin Daphne DeRochelle, die Tochter, von Jason DeRochelle. Würden Sie mich bitte mit jemandem verbinden, der mir sagen kann, was mit meinem Vater passiert ist.

"Einen Augenblick bitte." Ihr Kopf wurde wieder durch das Logo der Situkubwa Polizeidirektion ersetzt und wieder durfte Daphne warten, wäre sie dazu in der Lage gewesen, sie hätte wütend mit dem Fuß aufgestampft.

Schließlich erschien der Kopf eines Menschen, auf dem Bildschirm.

"Fräulein Daphne DeRochelle? Wie ich annehme."

Sie hätte ihm gerne etwas Unfreundliches über seine Überheblichkeit und antiquierte Ausdrucksweise an den Kopf geworfen hielt sich aber zurück, es fiel ihr schwer.

"Die bin ich, können Sie mir weiterhelfen?" Presste sie zwischen den Zähnen hervor.

"Sehr schön. Das kann ich zumindest versuchen, mein Fräulein." Sie war ja vieles, aber sicherlich nicht sein Fräulein.

"Danke, würden Sie mich dann bitte aufklären, was mit meinem Vater passiert ist."

"Er ist vor einer Reihe von Tagen verschwunden und gilt seitdem als vermisst."

"Das kann ja wohl noch nicht alles sein, was Sie mir zu sagen haben", erkundigte sie sich wütend, als der Inspektor keine Anstalten machte weiterzureden.

"Also, eigentlich schon, Fräulein DeRochelle, es tut mir sehr leid."

"Einen Moment, schalten Sie nicht gleich wieder ab!"

"Es tut mir leid." Seine Stimme klang jetzt sehr energisch. "Ich kann Ihnen nicht weiterhelfen, solange die Ermittlungen noch laufen."

"Was für Ermittlungen, ich dachte er würde nur vermisst. Kommen Sie, ich bin seine Tochter."

"Ich kann Ihnen nichts weiter sagen, auf Wiedersehen!" Dann wurde der Bildschirm Schwarz. Die Verbindung war unterbrochen worden.

"Was für ein Arschloch." Fluchte Daphne und machte eine Bras d' honneur.

Sie erreichten Mjidogo, am späten Nachmittag des siebten Tages, wo man sie noch gar nicht erwartete. Michael fragte sich, ob hier jemals irgendjemand erwartet wurde. Er hatte stets den Eindruck hier im Urwald sei den Leuten wirklich alles völlig gleichgültig. Sie gingen ihrer Arbeit nach und dachten daran eines Tages aus diesem Loch herauszukommen. Michael unterschied dabei nicht so genau, was er tatsächlich beobachte und inwieweit er seine eigenen Wünsche auf andere projizierte.

Daisy wurde bei der Hafenbehörde abgekoppelt, die Polizei würde sich von nun an darum kümmern. Michael warf einen Blick zurück, auf den Koloss, der so verlassen im Wald gestanden hatte. Irgendwie hatte er nicht das Gefühl, dass die Geschichte damit zu Ende war.

Der Hafen Mjidogos war bei weitem nicht so weitläufig, wie der Malaikapias. Gerade zwei Transporter konnten gleichzeitig abgefertigt werden, außerdem gab nur drei Landeplätze für die kleinen Atmosphärengleiter.

Das Leben spielte sich hier unter der Erde ab, weite hell erleuchtete Gänge hatte man in bis zu drei Etagen tief ins Erdreich gegraben. Titanium, war ein wichtiges Element beim Bau von Raumschiffen und Mjidogo so etwas wie eine wohlhabende kleine Goldgräberstadt. Alles war im Besitz der Titanium Mining Corporation, und in der Stadt lebten ausschließlich ihre Angestellten, sowie Händler und Barbesitzer, die für ihre Verkaufslizenzen viel Geld an die TMC abführen mussten, aber es lohnte sich selbst, wenn man hier gar nichts verkaufte.

Der Grund hierfür war eine etwas verwirrende Rechtslage. Die Minenarbeiter und noch nicht einmal all die Touristen, konnten alles Nachfragen, was hier angeboten wurde, aber in diesem Sektor des Sagittariusarmes der Milchstraße galt ein Gewerbe als legal, wenn es seinen Hauptsitz in einer Region hatte, in der es nicht verboten war. Mjidogo war Privatbesitz, deshalb galt hier Hausrecht, die TMC verbot es ihren Angestellten das oberste Stockwerk unter Androhung von fristloser Entlassung zu betreten, aber auf die großzügigen Mieteinnahmen, wollte man nicht verzichten. Am Anfang hatte man einfach vergessen illegales Gewerbe zu verbieten. Als dann immer mehr Händler die Gesetzeslücke entdeckten, begann man einfach zu kassieren und schon sehr bald beschloss man, die obere Etage auszubauen.

In der dritten Etage konnte man jedes Vergnügen kaufen, dass man sich vorstellen konnte, mit legalen oder auch, woanders verbotenen Drogen konnte man hier seinen Verstand verlieren, oder einen völlig neuen Gewinnen.

Dieser Markt war in einer beeindruckenden Halle untergebracht, die sich über alle drei Ebenen erstreckte und wie eine Spinne in alle Richtungen bis zu den verstreuten Wohnquartieren reichte. Viele Gäste kamen aus diesem und anderen Gründen hierher, sie mussten mit überteuerten und kleinen Hotelzimmern vorlieb nehmen, aber für die Frachtpiloten gab es eine kleine Pension in der unmittelbaren Nähe, des Marktes. Hier war es nie ruhig, aber die Preise, für eine Übernachtung, waren bezahlbar.

Melissa hatte, wie die beiden anderen, ein Einzelzimmer genommen, sie strich ihre langen dunklen Haare zurück und flocht sie zu einem Zopf zusammen. Den Inhalt ihres Seesacks hatte sie über das wackelige Bett verteilt. Gleich würde sie sich mit Mitch und Hans im "Drunken Miner", der bekanntesten Bar im Ort, zu treffen, und sie wollte nicht aussehen, als hätte sie in ihren Klamotten geschlafen. Aber so wie Mel gepackt hatte war die Auswahl an ordentlichen und präsentablen Klamotten sehr dürftig. Schließlich entschied sie sich für dunkle Leggings, ihre schwarzen Lederstiefel und ein Leinenkleid, das auch, ungebügelt noch ganz nett aussah.

Es klopfte, das war doch noch nicht Mitch, sie hatte doch noch eine halbe Stunde. Sie schob die Kette vor und öffnete, die Tür einen Spalt breit.

"Sie sind Melissa Yukawa?"

"Bin ich. Wieso?"

"Ich habe einen Brief für Sie, würden Sie hier verifizieren."

"Sicher." Sie drückte ihren Finger für die DNA-Analyse auf die Metallplatte und nahm die Datenkarte entgegen.

"Wer schreibt mir denn?"

"Weiß nicht. Auf Wiedersehen."

"Wiedersehen!" Sie schloss die Tür, er hätte ja auch, sagen können, dass sie nur ein Höschen trug, wie Melissa erst jetzt bemerkte. Sie setzte sich auf ihren Kleiderhaufen und kramte nach ihrem Lesegerät.

Es war eine Nachricht der Interplanetarian Transport and Delivery, ihrem Arbeitgeber. Sie sollte sich am nächsten Morgen im Gewerkschaftsbüro melden, was die junge Frau doch in nicht geringem Maße verwunderte, seit ihrer Einstellung vor sechs Jahren hatte sie die Gewerkschaft nur bemerkt, wenn diese den Mitgliedsbetrag abbuchte.

Es klopfte erneut. "Wer ist denn da?"

"Ich bin's, Michael, wir warten schon seit einer halben Stunde."

"Uh-oh, meine Uhr ist stehen geblieben, einen Moment, gib mir fünf Minuten!"

"Ja, lass dir Zeit."

Fünfzehn Minuten später öffnete Melissa die Tür, "Hast du auch, Post von der Gewerkschaft bekommen?"

"Ja, wird auch, mal Zeit für `ne Gehaltserhöhung."

"Ha ha, Mitch, seit sechs Jahren warte ich auf so etwas. Glaub mir, das ist bestimmt nicht der Grund."

Sie nahmen den Fahrstuhl, in die erste Ebene, alles war hell erleuchtet, bunt stachen die Auslagen der vielen Händler in die Augen. Hier gab es wirklich alles, was das man sich an nützlichen und unnützen Dingen vorstellen konnte. Schuhe, Bücher auf der einen Seite des breiten Boulevards, aber auch, Kleidung, Hightech, sowie Kräuterläden, Wahrsager und diverse Seltsamkeiten auf der anderen. Und auf den nächsten beiden Ebenen trieben es die Händler noch toller und teilweise nicht immer ganz jugendfrei. Kasinos und Bordelle reihten sich dort aneinander, zusammen mit Caféhäusern, wie die Drogenkaschemmen hier genannt wurden.

Sie betraten die Bar, wo Hans schon einen Tisch in der Ecke reserviert hatte, er winkte ihnen zu. Das Gedudel aus der Musikbox hielt sich in grenzen, aber das blassblaue Neonlicht irritierte im ersten Moment.

"Setzt euch. Das Abendessen geht auf meine Rechnung," begrüßte Hans seine beiden Gäste. Er nippte an seinem Mineralwasser und rückte zur Seite, um Platz auf der mit rotem Kunstleder bespannten Sitzecke zu machen. Die Glasplatte war bis auf  ein paar Krümel glänzend sauber und reflektierte das ins bläuliche gehende Licht der Deckenlampen.

Ein Kellner nahm die Bestellung der neuen Gäste auf und in kürzerer Zeit als man jemals brauchen konnte um, die Bestellungen frisch zuzubereiten, waren die Speisen auch, schon geliefert, und eigentlich war es egal was man bestellte, die geschmacklichen Unterschiede waren minimal.

"Ich seh's euch an, ihr habt auch, Post von der Gewerkschaft."

"Stimmt, weiß du mehr darüber?" Melissa wischte ein paar Krumen vom Tisch und spielte mit ihrem Glas, in welchem eine Süße braunorange Flüssigkeit blubberte.

"Nur Gerüchte, aber die sind ganz schön heftig, angeblich werden alle Frachtpiloten entlassen."

"Hey, das können die nicht machen, ich hab' nie etwas anderes gemacht."

"Ich auch, nicht, und wir werden uns das nicht so einfach gefallen lassen", stimmte Hans Melissa grimmig zu.

"Was ist mit dir Michael, hast du eine Schule besucht." Erkundigte sich Melissa bei dem betrübt dreinblickenden Jungen.

"Na ja, schon, aber wenn ich gut gewesen wäre, würde ich jetzt wohl etwas anderes machen." Gab Michael zu.

"Wir gehen da morgen zusammen hin, die haben ja keine Ahnung." Beschloss Hans tiefe Stimme entschieden.

"Hi Mel, darf ich mich zu euch setzen." Unterbrach die raue Stimme eines Mannes, der seinen dicken Hintern schon neben Melissa auf die Bank wuchtete.

"Hallo Gavin, du hast wieder etwas zugenommen, nicht wahr?"

"Hallo Gavin." "Oh, hi Opa! Wusste nicht, dass du noch im Geschäft bist." "Und du, solltest du dich nicht schon längst wieder im Wald verlaufen, Gavin," stichelte Hans.

"Ah, das Arschloch hat mich rausgeworfen, jetzt muss ich erstmal meine Abfindung verprassen. So ein Arsch! Glaubt, wir seien unrentabel, dass ich nicht lache."

"Dann ist es wahr, dass wir unsere Kündigung bekommen?" Gavin drehte sein feistes Gesicht auf dem unförmigen Hals zu Michael hinüber. "Ja Kleiner, die haben sich was Neues ausgedacht. Hey, wollt ihr uns nicht vorstellen," wandte er sich an die Anderen, vom Sprechen standen ihm schon Schweißperlen auf der Stirn.

"Michael, das ist Gavin der Wurm. Gavin Michael." Michaels Hand verschwand beinahe in den Fettwürsten, die Gavin sein eigen nannte. "Ich hatte Sie mir etwas, ähem, dünner vorgestellt." "HAR HAR, ich bin doch dünn, du hättest mich sehen sollen, bevor ich mich im letzten Jahr verlaufen hab‘." Wenn ein Mensch noch breiter grinsen würde, dann musste er bangen, dass ihm der Kopf abfiel. "Und duzen kannst du mich auch!"

"Was haben sich die Typen ausgedacht Gavin?" inquirierte Melissa weiter. "Oh Shit, weiß ich nich' Mel, ich war so wütend, ich hab' gar nich' mehr zugehört, als dieser Idiot weitergelabert hat. Ich bin einfach raus und hab‘ die Tür zugeschlagen."

"Möchtest du etwas trinken?"

"Ja, danke Opa! Hey Kellner, bring' mir ‘n Bier!" brüllte Gavin dankbar.

"Sir, wir führen hier keine Alkoholika!" musste der Kellner eingestehen, als er endlich von der anderen Seite des Lokals herbeigeeilt war.

"Ah, dann hätt' ich gern ‘nen Pflaumensaft."

"Sehr wohl. Einen Augenblick bitte."

"Hans?"

"Was Michael?"

"Wieso nennt er dich Opa?"

"Oh das ..." Aber Hans kam gar nicht dazu, zu antworten.

"Er is' doch ‘n Opa, hatta dir nich' gesagt, was? Ein hübsches Enkeltöchterchen hat er. Ich hab' ein Foto gesehen, mhm. süßer Fratz."

"Ja, das ist wahr, Ishtar-Maria ist gerade drei geworden. Sie lebt mit ihren Eltern im Derto-System."

Musste Hans jetzt Wohl oder Übel zugeben, auch, wenn er sich in diesem Moment noch älter vorkam. Sie redeten noch eine ganze Weile über die alten Zeiten, und Michael lernte eine Menge über das Frachterwesen, das jetzt scheinbar an sein Ende gekommen war. Nach einiger Zeit entschuldigte sich Hans mit ironischem Hinweis auf sein hohes Alter und meinte er müsse sein Schlafzimmer aufsuchen und auch, Gavin hielt es nicht mehr lange danach. Er meinte er kenne ein Mädchen, dass ihn so lieben würde, wie er sei, wobei er seinen gespielt vorwurfsvollen Blick zu Melissa hinüberschweifen ließ.

"Lass uns ein wenig den Markt ansehen, du bist doch noch nicht müde oder?" "Nein, nein, bin ich nicht!" stimmte Michael hastig zu.

Hier in der Minenstadt waren alle Waren subventioniert und deshalb eher noch etwas billiger als in Malaikapia, obwohl sie einen weiten Weg hinter sich hatten, man musste die Bergarbeiter bei Laune halten. Im Gedränge der Wesen aus allen Ecken des Sagittariusarmes bahnten sie sich ihren Weg durch die Straßen. Melissa konnte bei zwei Tüchern aus Seidenimitat nicht widerstehen. Sie war sonst nicht der Typ, der ständig für irgendwelchen Schnickschnack ihr schwer verdientes Geld rausschmiss, aber hin und wieder musste sie sich irgendetwas Hübsches kaufen. Quasi um sich selbst zu belohnen. Mel war einen Blick hinüber zu Michael und lächelte, Männer verstanden so was nicht.

Am nächsten Morgen trafen sich die Drei wieder, um gemeinsam ihre Kündigungen abzuholen. Die Magnetschwebebahn trug sie aus der Handelszone geschwind ins Verwaltungszentrum. Weit weniger schillernd, aber nicht weniger beeindruckend war allein schon die große Empfangshalle, in der sie landeten. Mitten in der Halle war ein runder Tresen aufgebaut, der Empfang. Hier leistete man sich sogar noch den Luxus, die Gäste von Angestellten begrüßen zu lassen.

"Wie kann ich Ihnen helfen?" Fragte der Portier, als Hans an den Tresen trat.

"Einladung." Einsilbig  drückte er die Magnetkarte auf den polierten Marmor.

"Wir sind von der Gewerkschaft herbestellt worden." Ergänzte Melissa rasch die unwirsche Ausdrucksweise des alten Piloten.

"Oh, ja! Nehmen Sie doch bitte den Fahrstuhl. Simon Lèvars Büro."

"Danke." Sie folgten der Richtung in der Trivarer zeigte und bestiegen den erstbesten Fahrstuhl, der sich vor ihnen auftat.

"Ihr Ziel bitte!" Eine körperlose Stimme hallte angenehm durch den Fahrstuhl.

"Zu Simon Lèvar", befahl Hans schnell in eine unbestimmte Richtung.

"Das Gewerkschaftsbüro," tönte der Lautsprecher zufrieden. "Reisedauer 23 Sekunden keine Verspätung zu erwarten, ich wünsche eine angenehme Reise."

Die Türen schlossen sich und mit sanfter Beschleunigung in verschiedene Richtungen, nach 23 Sekunden öffneten sich die Türen zu einem in hellem Holz gehaltenen Bürovorraum mit angenehm sanfter Beleuchtung.

"Kommen Sie, Sie werden schon erwartet." Sprach eine Stimme, deren Körper hinter dem massiven Schreibtisch nicht auszumachen war. Eine Hand deutete auf die Doppeltür, mit dem Milchglas, hinter dem man nur vage den Schatten einer Person erkennen konnte.

Michael lugte neugierig hinter den Schreibtisch, eine junge Frau lächelte ihn auf Knien an. "Mir sind die Büroklammern runtergefallen."

"Ich würd' ja gern helfen, aber ich muss da rein", bot Michael hilfsbereit an.

"Schon fertig, danke." Sie rappelte sich wieder auf und heftete einige Flatpanels aneinander.

"Vielleicht ein andermal", murmelte Melissa und zog den Jungen mit ins Büro der Arbeitnehmervertretung.

"Guten Tag, meine Dame, meine Herren, wenn Sie doch bitte Platz nehmen würden", begrüßte sie ein sportlich aussehender Mann von dunkler Hautfarbe und mittleren Alters, dessen Haare allerdings schon einige graue Strähnen zeigten, er trug einen dunkelblauen Anzug und darunter ein weißes Hemd mit Stehkragen.

"Mein Name ist Lèvar, Simon Lèvar. Ich bin sicher, Sie würden gern wissen, warum ich Sie hierher bestellt habe." Er nickte ihnen freundlich zu. "Ja Herr Lèvar, das würden wir tatsächlich gern erfahren!" fiel ihm Hans ins Wort.

"Nun ja," Simon Lèvar machte einen halben Schritt zurück hinter seinen Schreibtisch. "Ich muss Ihnen leider ihre Kündigung aussprechen, es tut mir persönlich sehr Leid für Sie. Setzen Sie sich Herr Christ."

Hans schäumte vor Wut über die Kaltblütigkeit, mit der Lèvar sie behandelte.

"Wir haben einen, wie ich denke, akzeptablen Sozialplan ausgearbeitet."

"Wie können Sie uns so einfach rausschmeißen! Verdammt, die Stadt braucht uns!"

"Das ist wirklich nicht meine Schuld, glauben Sie mir. Ich versuche, Arbeitsplätze zu retten. Es tut mir wirklich Leid, aber die TMC und die "Interplanetarian Transport and Delivery" haben beschlossen, dass die Auslieferung der Waren in Zukunft mit Atmosphärengleitern abgewickelt wird."

"Das ist doch, nicht zu fassen! Spinnen die! Das ist doppelt so teuer wie mit uns."

"Herr Christ, ich gehöre nicht zum Management, aber der TMC wurde ein Angebot vorgelegt, das 15% unter den jetzigen Kosten liegt.

"Das verstehe ich nicht," mischte sich Melissa ein. "Können die da oben nicht rechnen?"

"Wie gesagt, Frau Yukawa, ich gehöre nicht zu den Erbsenzählern, ich bin nur für Personalfragen zuständig. Darf ich Ihnen jetzt unseren Sozialplan vorstellen?"

"Nur zu." Alle drei sahen etwas resigniert aus der Wäsche. Hans hätte diesem Simon gern ein paar auf die Fresse gehauen, aber er war klug genug, um einzusehen, dass dieser Typ genau so ein kleines Licht in diesem Unternehmen war wie er selbst. Er nickte und verzichtete auf Gewalt.

"Danke, zunächst zu Ihnen Michael Hasselblad, Sie bekommen eine Abfindung, die Sie angemessen finden werden, und ich kann Ihnen anbieten, eine Fortbildung zum Gabelstaplerführer zu machen."

Fortbildung, das war ein Hohn, diese Gabelstapler arbeiteten doch schon so gut wie alleine. Lèvar fuhr fort.

"Sie müssen sich jetzt noch nicht entscheiden, ob Sie den Job annehmen. Nur für die Abfindung brauche ich jetzt eine Identifikation von Ihnen."

"Oh, ich werde, ganz sicher nicht für die Hälfte arbeiten." Er schaute sich die ihm angebotene Summe an, es war kein Vermögen, aber er würde damit ein paar Wochen überbrücken können. Er drückte seinen Daumen auf den Sensor und setzte seine Unterschrift unter das Dokument.

"Das ist ihr Papier und das ist unser Angebot, falls Sie es sich anders überlegen, Herr Hasselblad."

Die beiden Piloten wurden mit ähnlich üblen Jobs aber höheren Abfindungen aus dem Unternehmen gegrault. Und kurze Zeit später waren sie mit der Magnetschwebebahn unterwegs zurück zu ihrer Unterkunft.

"Ich hätte diesen Schleimbeutel umbringen sollen!" Grummelte Hans.

"Er kann doch nichts dafür."

"Dieser Simon hat doch nichts zu melden." Versuchten die beiden anderen ihn zu beruhigen. Aber sie klangen dabei nicht sehr überzeugend.

"Denkt ihr, das könnte mit Jasons verschwinden zusammenhängen?" Warf Michael nach einer Pause ein.

"Wie meinst du das?" Wunderte sich Melissa und starrte desinteressiert durch die Fenster des Maglevs, wo abwechselnd Felswände und Bahnhöfe auftauchten. Magnetschwebebahnen boten sich hier geradezu an, in den luftleeren Tunneln konnte man mit ihnen Geschwindigkeiten erreichen, die sonst nur mit Flugzeugen zu realisieren waren und außerdem waren sie so leise, dass man neben Beschleunigung und Bremsung nicht einmal merkte, dass man sich überhaupt bewegte.

"Mir geht das schon seit ein paar Minuten so durch den Kopf. Die Entlassungen haben doch erst nach Jasons verschwinden begonnen, nicht wahr?" Sprach er schließlich weiter und warf den anderen einen fragenden Blick zu.

"Mhm."

"Ja, stimmt", gaben die beiden ihm überrascht recht.

"Gut, stellt euch vor, in dem Container war etwas Hochexplosives, oder was auch, immer, is' ja egal. Jason riecht irgendwas und schaut auf eine zugegeben etwas rabiate Weise nach, was er da herumschleppt. Danach kann er wohl kaum zurück und sagen er hätte das gar nicht bemerkt, also verschwindet er, wie auch, immer er das angestellt hat. Könnt ihr mir folgen?" spann Michael seine Gedanken weiter, das war weit hergeholt, aber es ergab doch Sinn oder nicht.

"Ja, ich glaube, ich verstehe, was du meinst!" rief Melissa aufgeregt, sie hatten das Abteil nicht für sich allein und zogen jetzt ein paar neugierige Blicke auf sich.

"Ich denke, wir sollten im Hotel weiter spekulieren", brachte Hans Mel und Michael zum Verstummen, aber auch, er hatte wieder Farbe ins Gesicht bekommen, in Anbetracht dessen was jetzt auf einmal in seinem Kopf herumging.

"Ich verspreche euch, wir kriegen raus, was hier gespielt wird", murmelte er entschlossen, mehr zu sich selbst als zu den anderen, aber Sie verstanden und nickten zustimmend.

Zurück in der Pension nahmen sie Melissas Zimmer, es lag zwischen denen von Hans und Michael und so konnten sie darauf vertrauen, dass die hellhörigen Wände ihr Gespräch nicht weitertragen würden.

"Wo waren wir stehen geblieben?"

"Ich war gerade darauf gekommen, warum die Gleiter eingesetzt werden sollen. Hört zu! In der Luft kann man nicht einfach eben aussteigen und nachschauen, was man geladen hat. Die Dinger können in direkter Linie von der Raumstation hier runtergebracht werden."

"Ja, aber im Gegensatz zu den können die Gleiter nur zwei Container transportieren, das heißt, es müssen hier wenigstens siebzig im Monat landen, das ist ‘ne ganze Menge für so einen kleinen Hafen."

"Gut, sind wir uns einig, dass da etwas faul ist und wir das besser herausfinden sollten?" fragte Hans ernst in die Runde blickend. Melissa und Michael nickten.

"Also dann, lasst uns einen Plan machen!"

"Ich denke, ich werde, den Job als Gabelstapler annehmen, vielleicht kann ich etwas rausfinden, wenn ich Augen und Ohren offen halte." "Gute Idee, Mel, du wirst am besten auch, den Job als Sekretärin annehmen, wer weiß, welche Papiere du zwischen die Finger bekommst. Ich werde mich ein wenig bei den Leuten auf der Straße umhören, auf dem Markt ist immer viel Gerede, und ich kenne hier noch ein paar Typen, die schon aus Gewohnheit aufpassen, was um sie herumpassiert."

"Michael, bei deinem Job war auch, eine Firmenwohnung dabei?" "Ja." "Gut das wird unsere Kommandobasis, wir sollten uns wenigstens jeden zweiten Tag treffen."

Die Umschulung für Michael war nicht mehr als eine dreistündige Einführung in die Rechte und Pflichten eines Hubladeroboterführers, wie seine neue Berufsbezeichnung exakt hieß. Und was er lernte war, dass er so gut wie keine Rechte besaß, aber dafür jede Menge Pflichten, an die er sich penibel zu halten hatte. Wenn es nicht um ein höheres Ziel gegangen wäre, Michael wäre nach den ersten fünf Minuten schon wieder draußen gewesen.

Dreizehn Stunden an Tag, würde er mit dem mächtigen Ungetüm auf sechs dicken Reifen zu den Frachtgleitern, die Container aus den Verankerungen heben. Dabei durfte er nicht vergessen, zu kontrollieren, dass das Gewicht korrekt kompensiert wurde und dann mit der schweren Last im Blindflug in eine der Lagerhallen. Es war kein anstrengender Job, aber endlos langweilig, nun zumindest saß er im Trockenen, das war auch, schon was wert.

Am Abend ließ er sich nach einem langen heißen Bad, auf sein Bett fallen. "Was für ein scheiß Job, und andere müssen damit ihren Lebensunterhalt verdienen", murmelte er und grinste.

Es klingelte an der Haustür, das mussten Melissa und Hans sein, Michael rappelte sich mühsam wieder auf.

"Hallo Mitch, wie ist denn deine neue Arbeit?"

"Hi, also es gibt wirklich nichts Schöneres als den ganzen Tag im Zickzack zu fahren und trockene gefilterte Luft zu atmen. Kommt rein und lasst uns das Thema wechseln."

Die Gäste schauten sich in dem fensterlosen Zweizimmerappartement um, Küche, Bad und Wohnzimmer, nichts Besonderes, und die Möbel stammten noch vom Vormieter.

"Hast du am Hafen schon was Verdächtiges bemerkt?"

"Nein, die ersten Containergleiter werden Morgen und übermorgen eintreffen, ich hoffe, ich finde was Verdächtiges, aber große Hoffnung habe ich nicht, der Einblick eines Gabelstaplerführers ist doch sehr beschränkt. Habt ihr schon was?"

"Nein, nichts bei mir. Melissa, hast du schon was?"

"Keine Ahnung, ich weiß nicht genug von dem Laden, aber neben Gütern des alltäglichen Bedarfs erwartet TMC zehn Plasmabohr-Vortriebsmaschinen, ich glaube, du solltest einen besonderen Blick auf diese Geräte werfen."

Sie erzählten sich noch einige Zeit von ihren neuen Berufen, Hans hatte einen Halbtagsjob in einem der Kasinos der zweiten Etage angenommen. Aber der Abend wurde nicht lang heute und schon bald lag jeder in seinem Bett und Michael träumte von Vortriebsmaschinen, die mit ihren Plasmabrennern feuernd hinter ihm her waren. Schweißgebadet wachte er am nächsten Morgen auf.

Beinahe hätte er verschlafen, schleunigst zog Michael sich an, schlang eine Scheibe Toast und eine Tasse flauen Kaffee hinunter und beeilte sich an diesem wichtigen Tag nicht zu spät zur Arbeit zu kommen.

Durchgeschwitzt erreichte er den Flughafen, ließ seine Datenkarte an der Stempeluhr registrieren und sah im Regen schon den ersten Transport heranschweben, als er das Flugdeck erreichte.

Die Greifer seines Roboters hakten sich selbstständig in die magnetisch markierten Vorrichtungen und lasen die Daten aus. "Obst und Gemüse, sehr aufregend", dachte Michael bei sich.

Er prüfte das Gewicht, die Kompensation durch Reifendruck und dem verschiebbaren Gewicht im Heck des Laderoboters, dann zuckelt er mit der schweren Last davon, zu einer der Lagerhallen.

Auch die nächsten drei Flüge waren Nahrungsmitteltransporte für die hungrige Stadt unter seinen Füßen, dann kamen die ersten beiden Plasmabohrer, nichts Ungewöhnliches. Beide aus dem Orion-Sektor, beide für TMC.

Über sein Studium der Daten vergaß er beinahe, zur Plattform zurückzukehren. Erst das Röhren der Rotoren, die in der Atmosphäre das Raketentriebwerk ersetzten, schreckte ihn wieder auf.

Noch zwei Bohrer, sechs heute, vier morgen schätzte Michael und begann die Daten durchzusehen, nichts Ungewöhnliches, genau die Daten wie von den ersten beiden, oder nicht. Etwas machte ihn stutzig, waren die anderen beiden nicht schwerer gewesen? Er beschloss, bei der nächsten Ladung darauf zu achten.

115 Tonnen wogen die letzten zwei Container, er versuchte die Daten der ersten Container erneut aufzurufen, aber die waren abgespeichert und abgehakt, kein rankommen.

Was blieb, war die Hoffnung, dass morgen auch, noch zehn Atmosphärengleiter kommen mussten. Und so war Michael am nächsten Morgen eine Viertelstunde zu früh auf der Plattform, bemühte sich ruhig zu atmen und blickte in den Regen, in der Erwartung des ersten Gleiters.

Man nannte diese Fluggeräte Atmosphärengleiter, da sie mit ihren Tragflächen weite Strecken des Abstiegs durch die Lufthülle im Gleitflug zurücklegten, was eine Menge Treibstoff sparte.

Als die Ladearme seines Roboters am Containers einrasteten, starrte Michael gebannt auf das Display, 125 Tonnen, das war's, bei gleicher Modellnummer sollte es doch nicht zu solchen Diskrepanzen kommen, Herkunft Orion-Sektor. Irgendwie hatte Michael das Gefühl, dort würde die heiße Spur hinführen. Die anderen würden Augen machen, er selbst hätte nicht erwartet, so schnell etwas zu finden.

"Perfekt, ich werde mich mal nach der Fabrik der Bohrer umhören. Ich glaube dann wird es Zeit für eine Reise Leute." Hans war begeistert, als er von der Entdeckung hörte, in den Frachtpapieren stand nicht der Ursprungsplanet, aber so etwas sollte doch herauszubekommen sein.

"Ich hoffe es ist eine Wüste, ich kann keinen regen mehr sehen," grinste Michael.

"Und ohne Schreibmaschinen, die mir sagen wie ich was schreiben soll," fügte Melissa hinzu.

Hans stapfte am nächsten Tag scheinbar desinteressiert durch die Kneipen, von denen er wusste, dass sich hier die Bergarbeiter vergnügten. Er plauderte hier mit einem und da mit einem anderen, viele wussten nicht, wo ihr Werkzeug herkam. Eine andere Gruppe, zu der er sich gesellte, Philosophierte darüber, warum es gerade hier so unerschöpfliche Mengen an Titan gab. Hans wollte auch, kein Aufsehen erregen und zog weiter, als er merkte, dass sie sich auch, in naher Zukunft nicht davon abbringen lasen würden.

"Hey Opa, wie geht's denn so." Gavin schlug ihm freundschaftlich auf den Rücken, dass Hans erst einmal husten musste. Unter dem Arm trug Gavin ein zierliches Mädchen, das ihn anzuhimmeln schien, es war die Sekretärin aus dem Vorzimmer, wie Hans sich erinnerte.

"Hallo und selbst?" "Ha, könnte kaum besser gehen. Aber ich muss weiter, wir haben noch was vor und Fiona hat mir versprochen, ich könnte dabei rank und schlank werden." Das Mädchen lächelte und versuchte Luft zu holen, während es sich in Gavins starken Armen wand. Hans wunderte sich nebenbei, was die junge Frau an diesem fetten Kerl wohl finden mochte, aber er gab auch, nicht vor, die Frauen zu verstehen.

Die beiden zogen weiter und Hans blieb hustend zurück, jetzt hatte er sich auch, noch verschluckt.

"Sie sollten, etwas dagegen tun."

"Was, wogegen?" "Gegen Ihren Husten, ich kann da ein paar Kräuter aus dem Orion-Sektor anbieten, die sollten Sie probieren."

"Orion-Sektor?"

"Ja, ich weiß, der ist nicht gerade bekannt für seine Heilkräuter, aber ich hab' ‘nen Freund in den Minen und mit den neuen Bohrmaschinen krieg' ich einige der besten Kräuter. Verraten Sie's nicht weiter", erzählte die hohe Stimme in Höhe seines Bauches.

Das hatte Hans Aufmerksamkeit erregt, er folgte dem bleichblauen Gnom, in seine Apotheke. Hans liebte sonst keine Zufälle, aber andererseits, warum nicht einen Versuch wagen, wie viele Frachtschiffe konnten schon aus diesem Sektor kommen.

"Kommen Sie, kommen Sie nur herein. Ich habe ganz sicher etwas für Sie!" Und bleckte dabei seine spitzen Zähne, es sollte wohl ein Lächeln sein.

Bestimmt hast du das, dachte Hans, uns bemühte sich noch mal, vertrauenswürdig zu husten. Die besten Informationen bekam man immer ganz unerwartet. Zufälle spielten eine große Rolle dabei.

"Das hier sollten Sie Versuchen," der Gnom schnüffelte vielsagend an der offenen Blechdose. "Die habe ich gestern erst bekommen!"

"Wie viel von dem Zeug, wirst du denn hier los?" Erkundigte sich Hans nebenbei und hielt sich ein paar Blätter unter die Nase. Kameldung roch angenehmer, da war sich Hans ganz sicher, auch, wenn er noch nie ein Kamel gesehen, geschweige denn daran gerochen hatte.

"Oh, nicht viel, ein bis zwei Kilo im Monat, es reicht lange und wirkt schnell. Sie können einen Tee d'raus machen, oder einfach kauen. Probieren Sie ein Blatt, Probieren Sie ruhig." Seine hohe Stimme begann, langsam in den Ohren zu schmerzen. Hans räusperte sich und steckte eines in den Mund, ein leichter Mentolgeschmack wurde deutlich vom Kuhfladenaroma überdeckt. Nichtsdestotrotz fühlte sich sein Hals gleich viel besser an, obwohl er ja gar keinen Husten hatte. "Du hast recht, das Zeug ist gut. Was ist das?"

"Ha, das ist poteasischer Tabak, aus den Terrassenplantagen von Potea, sehr illegal und sehr gesund, was nicht oft zusammenfällt." Sie lachten zusammen.

"Ich würde gern etwas kaufen", verkündete Hans schließlich.

"Gerne, mein Herr, gerne. Sie kriegen einen guten Preis. Zehn Gramm für 50 ICU, reicht bestimmt für zwei Wochen. Guter Preis."

"20 ICU!"

"Oh, Sie wollen mich ruinieren, 25!" Grinste die kleine Gestalt, die sich hinter dem Tresen auf einen Hocker gestellt hatte.

"Abgemacht 25." Das Geld wurde transferiert und Hans verließ mit einem kleinen Beutel einer nach Kameldung duftenden Substanz den Laden. Er hoffte inständig, dass man von einem Blatt nicht gleich süchtig werden würde, aber er widerstand dem Drang, sich ein weiteres Blatt zwischen die Zähne zu schieben. Außer Sichtweite der Apotheke, spuckte er aus und ließ den Tabak in einer der Mülltonnen verschwinden.

Hans trommelte die Gruppe von Spionen zu einem außerordentlichen Treffen zusammen, das war wieder etwas, er war zuversichtlich, dass sie das Rätsel würden lösen können, aber sie standen erst ganz am Anfang. Er machte sich Gedanken darüber, ob ihre Einmischung sie nicht auch, in Gefahr bringen konnte, aber er schüttelte den Kopf sie versuchten ja nur einen Freund zu finden, was sollte daran gefährlich sein.

Melissa hatte es so eilig, nach der Arbeit zu Hans zu kommen, dass sie sich nicht einmal umgezogen hatte. Hans machte es sich ihr gegenüber im Sessel bequem, die junge Frau war wirklich hübsch anzusehen, wenn sie sich mal die Mühe machte nicht in ihrem alten abgetragenen Overall rumzulaufen.

"Ich hab' in der Bücherei nach Potea gesucht," unterrichtete Hans die beiden. "Dort gibt es wirklich Tabakplantagen und, haltet euch fest, eine Fabrik für Plasmabohrmaschinen, die Potea Bergwerksbedarf GmbH." Er schaute triumphierend in die Runde, dies war, was er liebte. "Das war's Kinder, erste Mission erfolgreich abgeschlossen, wir fliegen nach Potea und finden raus, was da verpackt wird."

4.Kapitel: Der Weltraum